Gesundheitspraxis Balance - Evelyne Müller Kyburz, dipl. Augenakupunkteurin und Sehtrainerin
Grüner Star (Glaukom)

Eine Schädigung der Sehnerven, kombiniert mit einer Einschränkung des Gesichtsfeldes, wird als Glaukom bezeichnet. Dabei muss der Augeninnendruck nicht zwingendermassen erhöht sein. Als Ursachen finden sich neben einer genetischen Prädisposition ein erhöhter Augeninnendruck, starke Kurzsichtigkeit, (Offenwinkel-Glaukom), starke Weitsichtigkeit (Engwinkel-Glaukom), Hypotonie, Vasospasmen und Diabetes mellitus. Auch ein hohes Lebensalter begünstigt die Entwicklung des Grünen Stars. Symptomatisch sind Kopfschmerzen und Gesichtsfeldausfälle (Skotome) bis hin zur Erblindung.

In der chinesischen Fachliteratur wird das Glaukom als "Grüner Wind, der von innen versperrt" beschrieben. Die zugeordneten Syndrome sind: Qi- und Blut-Stagnation bei Milz- und Leberschwäche, zum Teil Schleim-Störung und Wind-Hitze.

Traditionell müssen deshalb Leber und Milz gestärkt, die Blut-Stagnation gelöst, die Feuchtigkeit und Hitze ausgeleitet und der Qi-Fluss angeregt werden. 

Die Akupunktur nach Boel ist ein speziell auf das Auge abgestimmtes Therapieschema, bei dem die Akupunktur-Punkte intensiv und simultan gereizt werden. Ich empfehle statt Akupunktur-Nadeln auch das Laser-Needle-System, da es eine schmerzfreie und parallele Punktstimulation ermöglicht. Zusätzlich wirkt der Laser abschwellend und fördert die Zellregeneration. Die Laserakupunktur ergänzt die augenärztliche Therapie und sollte, wenn der Patient anspricht, in regelmässigen Abständen fortgeführt werden. Glaukome bei erhöhtem Augeninnendruck lassen sich damit häufig verbessern. Niedrigdruck-Glaukome hingegen sprechen eher schlecht auf so eine Behandlung an. Augenärztliche Kontrollen sind regelmässig erforderlich.

Weitere Empfehlungen: Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Zink, Selen, Vitamin C und Ginko Biloba.

  
Der Expertenrat für Glaukom-Patienten

1. Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr, bei familiärer Prädisposition früher und öfter.

2. Den Augenarzt immer wieder nach den Befunden (Augeninnendruck, Gesichtsfeld, Zustand der Sehnerven) fragen.

3. Auf sorgfältige Anwendung der verschiedenen Medikamente achten, vor allem bei Augeninnendruck senkenden Tropfen.

4. Auf Zusammenhänge zwischen Glaukom und Allgemeinleiden achten, zum Beispiel einem zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck, auf Herz-Kreis-lauf-Erkrankungen.

 
Fasten und vollwertige Ernährung bei Grünem Star
 
Über die Ursachen des Grünen Stars ist sich die Wissenschaft nicht einig. Bisher wurde vermutet, dass eine Durchblutungsstörung und der damit verbundene Augeninnendruck die Ursache sein könnte. Eine Studie mit Glaukom-Patienten aus der Schweiz und den USA weist jedoch auf die gestörte, entzündlich veränderte Zusammensetzung des Liquors (Augenflüssigkeit) hin. Diese ist verantwortlich für die Sehnerv-Degeneration.

Somit können verschiedene Ursachen zum Glaukom führen: Zum Beispiel auch eine Ernährungsweise mit zu viel tierischem Eiweiss und/oder raffinierten Kohlenhydraten. Risikofaktoren wie Nikotin, Alkohol, Kaffee, Medikamente und Stress wirken sich ebenfalls auf die Gesundheit der Augen aus.
Stoffwechsel-Endprodukte wie Cholesterin, Harnsäurekristalle und krankheitsverursachende Eiweissmoleküle, können über die Aderhaut eindringen, die Gefässe zu den Augen verstopfen und den Abtransport von Ablagerungen behindern.

Augenärzte raten ihren Patienten oft, dass die einzige Möglichkeit der Behandlung eine Operation oder Augentropfen sind. Da sich jedoch der Körper in einem ganzheitlichem System befindet, kann man davon ausgehen, dass die jeweilige Erkrankung nicht nur im Auge stattfindet, sondern im gesamten Körper.

Sebastian Kneipp meinte dazu: Wer einen gesunden, kräftigen Körper hat, hat gewöhnlich auch ein gutes und kräftiges Auge. Weist das Auge jedoch grosse Schwächen auf, so liegt die Ursache im Körper, auch wenn dies so nicht gefühlt wird. Ist das Auge krank, ist oft ein kranker Stoff im Körper die Ursache.

Eine sehr wichtige Voraussetzung der Gesunderhaltung unseres Körpersystems stellt eine überwiegend vegetarische, vollwertige Ernährung dar. Über die Zellen erneuert sich unser Regulationskreislauf ständig. Dieses filigrane Zusammenspiel funktioniert nur dann reibungslos, wenn unserem Körper natürliche Nahrungs-Rohstoffe zur Verfügung gestellt werden.

Eine für die Augen und den Körper gesunde Ernährung bedeutet demnach: ein überwiegender Anteil an vegetarischer Ernährung mit wenigen Milchprodukten, ein hoher Anteil an frischem Obst und Gemüse und hochwertigen kalt gepressten Ölen. Die Produkte sollten möglichst in Bioqualität konsumiert werden. Eine besonders gesundheitsfördernde Wirkung werden dabei den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen (SPS) zugeschrieben. Fehlen sie, führt dies zu zahlreichen Stoffwechsel-Erkrankungen. 

Deshalb unterstützt ein hoher Anteil an Gemüse und frischem Obst mit gezielt kombinierten Augenvitaminen bei einer Glaukom-Erkrankung die Funktion des Sehnervs, schützt vor freien Radikalen und steigert die Aufnahme weiterer wertvoller Vitalstoffe. Ausserdem wirken die SPS antimikrobiell (Schutz vor Bakterien und Viren), cholesterinsenkend, entzündungshemmend, blutdrucksenkend, und fördern die Immunabwehr. 

Eine gute Basis für eine problemlose Umstellung auf eine natürliche, gesundheitsfördernde Ernährungsform lässt sich nach einem Fasten oft leichter umsetzen. Fasten für Gesunde ist eine freiwillige, begrenzte Zeit der Nahrungs-Enthaltung. Gefastet wird seit Menschengedenken aus verschiedenen Gründen.
Am besten bewährt hat das Fasten nach der Methode Buchinger, die sich aus dem Wasser-Fasten ableitet.


Zum Thema Augendruck werde ich in der Oktober-Ausgabe 2010 der Gesundheits-Nachrichten im Leserforum erwähnt:
"Mit der Augenakupunktur nach Prof. John Boel kann der Augendruck nicht nur gesenkt, sondern auch stabilisiert werden."

                                                          
                     Buchtipps zum Glaukom:

Josef Flammer:
Glaukom - ein Handbuch für Betroffene
Verlag Hans Huber
Erscheinungsjahr 2001
ISBN 3-456-83577-9
Seitenzahl 433

Ilse Strempel:
"Keine Angst vor Grünem Star"
Ein Buch für Patienten: Ursachen, Hintergründe, Begleittherapie, mit Entspannungs CD, 204 Seiten
ISBN: 9783933351845

Ilse Strempel:
Glaukom - mehr als ein Augenleiden
Handbuch für Ärzte und Patienten
Verlag: Kilian
Erscheinungsjahr 2009
ISBN 978-3-941770-03-4
Seitenzahl 202



Homepage
zur Verfügung gestellt
von Vistaprint